Die Wellen peitschen meine nackten Füße, bevor sie zurück ins Meer strömen. Der eisige Wind schneidet meine Wangen, ich presse meine Hand gegen sie um den Schmerz zu lindern. Die andere Hand im Sand vergraben, starre ich gedankenversunken in die Ferne. Fünf erfahrungsreiche Monate ziehen an meinen Augen vorbei.

Aber waren sie wirklich so lehrreich, wie angenommen? 

Beinahe obdachlos, nicht mehr als fünfzig Dollar auf dem Konto. Gefeuert, rausgeworfen, wieder beworben. Unzählige Versuche einen Halm zu finden, an dem man sich festklammern kann. Verabschiedet, vertraut, missverstanden. Und vor allem eins, aussortiert. Und damit meine ich nicht nur meine überflüssigen Materialien.

Keine Frage, ich habe definitiv etwas aus diesen wenigen aber dennoch emotionalen Monaten gelernt. Besonders wie sehr man doch sein Leben wertschätzen soll. Vor allem ein Dach über dem Kopf zu haben, etwas zu Essen auftreiben zu können und sich vor Energie strotzend, den Dingen hingeben zu können, die man liebt. Ich habe mehr als zuvor erkannt, dass es nicht nur klare Tage, sondern auch Schattenseiten gibt. Dass das Leben verlogen, unverschämt und verdammt dreist sein kann.

Lernt das Leben verdammt nochmal wertschätzen! 

Allerdings bietet ein Leben außerhalb der Komfortzone nicht nur die Möglichkeit zu erkennen, welch unnötigen Ballast wir mit uns herumschleppen, sondern es zeigt uns auch, auf wen wir uns verlassen können und wen wir besser aus unserem Leben streichen sollten. Vor meiner Abreise war mir wohl bewusst, dass meine Abwesenheit sowohl Freund als auch Freundschaften auf die Probe stellen würde. Ich stieg mit einer wachsenden Neugierde in das Flugzeug, wem ich denn zurück in der Heimat wieder in die Arme fallen würde. Beide Seiten haben mich bisher nicht enttäuscht. 

Traut euch – raus aus der Komfortzone!

Ich weiß nun, wie hinterlistig das Schicksal zuschlagen kann. Wie es einem den Boden unter den Füßen wegzuziehen versucht. Doch wir müssen standhaft bleiben, Courage beweisen. Das Positive ergreifen und uns stets daran erinnern, dass wir nicht die Einzigen mit dieser Angelegenheit sind. Wir müssen hoffen, beten und unsere Gedanken nicht von dem Negativem beeinflussen lassen. Wir müssen zuversichtlich in die Zukunft schauen. Und uns anlehnen, an die vor Wärme strotzende Vertrautheit. Denn das ist was uns bleibt, Hoffnung auf Besserung. Hoffen, zusammen mit unseresgleichen.  

Viele Menschen sind mir bereits ans Herz gewachsen, viele Menschen haben sich mit anvertraut. Doch umso mehr ich in den Kern dieser Person schaue, umso mehr Gedanken erstrecken sich vor mir. Und im Anflug dieser Gedanken, breiten sich ebenso mehr Sorgen aus. Sorgen, diesen Menschen so schnell wie man ihn kennengelernt hat wieder zu verlieren.

Macht das Beste aus der (gemeinsamen) Zeit!

Der Sand streift von meinen Fingern. Die feinen Körner fallen zurück zu Ihresgleichen. Ich erhebe mich. Mit einem spitzen, unsicherem Lächeln. In der Hoffnung, dass es jedem mir am Herzen liegende Menschen gut geht. Das was bleibt, ist mein Abdruck. Doch auch dieser, wird wenige Sekunden später von einer Strömung erfasst. Nichts ist für die Ewigkeit. Wir sollten für jeden Moment, jede Sekunde dankbar sein. 

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Hierbei einen großen Dank an meine Liebsten daheim! An diejenigen, die mich nie im Stich lassen und mir so gut es geht unter die Arme greifen. Ein Dank an meine australischen Freunde, die mich aufgenommen und in ihr Herz geschlossen haben. Danke dass es euch alle gibt! Ein super – turbo – Gruß an euch und massiv stabile Umarmungen! 😛

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