Bali Tagebuch #1

Schwungvoll lasse ich mich auf den heißen Ledersitz fallen. Der Schlüssel dreht sich im Zündloch herum und augenblicklich versetzt es mir einen sanften Ruck. Es knattert, Schlaglöcher springen mir in den Weg und eine sanfte Brise umweht mein rot gebranntes  Näschen. Flammende Felder, gigantische Tempel, lächelnde Gesichter und bunte Straßenstände ziehen an mir vorbei. Frauen, die ihre Waren in einem Korb auf ihrem Kopf auszubalancieren versuchen, winken mir herzlich hinterher. Kleine strahlende Kinderaugen rennen neben meinem Zweirädrigen Gefährt entlang und der ein oder andere süß anzusehende Hund kreuzt meinen Weg. Es ist ein angenehmer Tag, nicht zu schwül, nicht zu brennend. Der perfekte Start, um Bali zu erkunden.

Wir lassen uns in einem balinesischen Warung nieder, bestellen typische Landskost und lauschen den Klängen des naheliegenden Bächleins. Um uns herum Dschungel. Kreischende Affen starren gierig auf die Teller anderer Gäste, bunte Geckos streifen die Tischoberflächen und hier und da lässt sich ein Kolibri blicken. Es ist einzigartig, wunderschön und so entspannend. Ein Ort, an dem man sich von all seinen Gedanken losreißen kann und sich in der Zeit verliert. Nach einer kleinen Stärkung, bedanken wir uns für das schmackhafte Essen mit geschlossenen Händen und einen leichten Kopfverneigung und verschwinden über eine hölzerne Brücke zurück zu unserem Moped. 

 Auf der Straße zurück entdecken wir die kuriosesten Dinge. Mopeds(!) meterhoch vollgepackt mit Reissäcken, Waren oder Möbeln. Kinder, nicht älter als 10 Jahre, die sich zwischen dem Verkehr entlang schlängeln, als säßen sie auf einem Fahrrad. Eltern, die sich mit Kind und Baby einen Drahtesel teilen, ohne Helm, ohne Schutz. Väter, die ihre Kleinen während der Fahrt Film schauen lassen. Dinge, die so gar nicht gern in Europa gesehen werde. Dinge für die du normalerweise hohe Bußen zahlen müsstest. Aber trotz all dem, sah ich bislang keinen Unfall und keine Ambulanz, die unseren Weg streifte. Denn eines muss man den Leuten lassen, sie haben ein unfassbar gutes Reaktionsvermögen.

Beim ersten Tempel angekommen, raubt es mir den Atem. Es ist ganz anders, als das, was ich bislang gesehen habe. Majestätisch heben sich spröde Steinmauern auf den hohen Felsen empor. Vor dem Tempel breiten sich die Weiten des Indischen Ozeans aus. Fast schon gespenstig, wird man beiderseitig von moosbewachsenen Skulpturen  umzingelt und angestarrt. Am Eingang verteilen braun gebrannte Männer bunte Gewänder. Die sogenannten Sarongs, ohne diese man den Tempel nicht betreten dürfte. Ich stelle mich so dusselig an, dass mir von einem der Tempelwächter geholfen werden muss, dieses Stück Stoff um meine Hüften zu schwingen.  

Voller Erwartungen steigen wir die schmalen Stufen empor und müssen uns dabei an allerhand Touristen vorbeidrängen. Eine asiatische Reisegruppe muss sich sogar vor einem diebischen Affen verteidigen. Wir können nicht anders, als dem Spektakel einen Blick zuzuwerfen. Der Räuber hält zielstrebig an einem Basecap fest, während sein Kamerade voller Erfolg einen Selfiestick in die Höhe streckt und damit herumwedelt. Seid also lieber vorgewarnt, auch wenn sie noch so niedlich dreinschauen, sind sie gewaltige Biester!

Mit blickenden Tankanzeige machen wir uns auf den Rückweg ins Resort. Nur haben wir bislang keine einzige Tankstelle gesehen und der Bedarf wird immer dringender. Wir erblicken einzelne Schilder, die auf Benzin hinweisen, doch weit und breit ist keine Zapfsäule in Sicht. Aber warum auch, wenn man das Petrol auch in „Absolut Wodka“ Flaschen füllen und am Straßenrand verkaufen kann? Ich sag euch, das war der billigste Tank meines Lebens. Und definitiv auch der Einzigartigste.

Story continues..

     Ich hoffe, euch hat mein kleiner Bali Tagebucheintrag gefallen und ihr seid schon so gespannt wie ich, auf den nächsten!! 🙂 Es war so wundervoll dort, ich könnte monatelang davon berichten! Wart ihr denn schon in Bali?? Und was war euer liebstes Plätzchen? 

Follow:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.