Das schwarze Haus

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Die weißen Vorhänge gehören der Vergangenheit an. Dort wo einmal ein Sofa zum entspannen einlud, existieren nur noch Klappstuhl und Campingtisch. Die gilblich schimmernden Flecken, lassen erahnen, was sich dort einmal befunden haben muss. Das Haus ist leer. Glühlampen ragen einsam von den Decken. Löcher in den Wänden zeigen das auf, was nicht mehr gerettet werden kann. Es ist vorbei. Wir müssen uns verabschieden. Die Lichter löschen. Wir müssen damit abschließen. Mit dem schwarzen Haus.

Es ist später Nachmittag, als ich meinen Schlüsselbund das letzte Mal zur Hand nehme. Meine letzte Hoffnung, dass das alles doch nur ein widerlicher Alptraum ist. Augenblicklich wird er mir aus den Händen gerissen. Jeder einzelne Schlüssel gleitet mir aus den Fingern. Und mit ihnen entschwinden auch die Erinnerungen. Mein Herz pocht. Es ist vorbei. Es ist wirklich. Wir müssen uns verabschieden. Vom Schwarzen Haus. 

img_0176Kaum ein Auge bleibt trocken. Es war eine harte Zeit, aber von nun an wird alles besser – sagen Sie. Ich muss lächeln. Ein trockenes Lächeln. Denn ich weiß, dass es ein langer Weg bis dahin wird. Sie wissen nicht wovon sie reden. Wie auch, wenn sie keine Ahnung haben, mit was wir wirklich zu kämpfen hatten? Oberflächliche Gespräche machen uns nicht gleich zu besten Freunden. Und hinterhältige Unterhaltungen machen euch nicht automatisch zu Allwissenden. Es ist immer noch unser schwarzes Haus. Unsere Auseinandersetzung. Unser Alptraum.

Wir sind erlöst, irgendwie. Aber irgendwo bohrt sich auch ein erneuter Pfeil durch unsere Herzen. Ich glaub es wird zu einer chronischen Krankheit und keine Medizin der Welt wird helfen, diesen Schmerz zu lindern. Wir können zwar versuchen, all das, durch eine Vielzahl von neuen, reizvollen Erinnerungen auszulöschen, aber seien wir mal ehrlich, es würde immer weh tun. Wir können nicht vergessen was passiert ist. Wir haben vielleicht die Kraft damit abzuschließen, aber dennoch wird uns die Vergangenheit immer wieder einholen. Eine einzige Autofahrt reicht aus. Aber wir müssen. Wir müssen uns verabschieden. Vom schwarzen Haus. 

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Denn es ist nicht mehr unser schwarzes Haus. Ab jetzt.

Einzig und allein die blauen Worte aus Kreide im hölzernen Häuschen werden unsere bleiben.

Und damit versuche ich abzuschließen.

Mit dem schwarzen Haus.

20 Jahre.

Es war schön.

Danke. 

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  Die Bilder entstanden 2012 in Camaret / Frankreich

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