Die Wellen peitschen meine nackten Füße, bevor sie zurück ins Meer strömen. Der eisige Wind schneidet meine Wangen, ich presse meine Hand gegen sie um den Schmerz zu lindern. Die andere Hand im Sand vergraben, starre ich gedankenversunken in die Ferne. Fünf erfahrungsreiche Monate ziehen an meinen Augen vorbei.

Aber waren sie wirklich so lehrreich, wie angenommen? 

Beinahe obdachlos, nicht mehr als fünfzig Dollar auf dem Konto. Gefeuert, rausgeworfen, wieder beworben. Unzählige Versuche einen Halm zu finden, an dem man sich festklammern kann. Verabschiedet, vertraut, missverstanden. Und vor allem eins, aussortiert. Und damit meine ich nicht nur meine überflüssigen Materialien.

Keine Frage, ich habe definitiv etwas aus diesen wenigen aber dennoch emotionalen Monaten gelernt. Besonders wie sehr man doch sein Leben wertschätzen soll. Vor allem ein Dach über dem Kopf zu haben, etwas zu Essen auftreiben zu können und sich vor Energie strotzend, den Dingen hingeben zu können, die man liebt. Ich habe mehr als zuvor erkannt, dass es nicht nur klare Tage, sondern auch Schattenseiten gibt. Dass das Leben verlogen, unverschämt und verdammt dreist sein kann.

Lernt das Leben verdammt nochmal wertschätzen! 

Allerdings bietet ein Leben außerhalb der Komfortzone nicht nur die Möglichkeit zu erkennen, welch unnötigen Ballast wir mit uns herumschleppen, sondern es zeigt uns auch, auf wen wir uns verlassen können und wen wir besser aus unserem Leben streichen sollten. Vor meiner Abreise war mir wohl bewusst, dass meine Abwesenheit sowohl Freund als auch Freundschaften auf die Probe stellen würde. Ich stieg mit einer wachsenden Neugierde in das Flugzeug, wem ich denn zurück in der Heimat wieder in die Arme fallen würde. Beide Seiten haben mich bisher nicht enttäuscht. 

Traut euch – raus aus der Komfortzone!

Ich weiß nun, wie hinterlistig das Schicksal zuschlagen kann. Wie es einem den Boden unter den Füßen wegzuziehen versucht. Doch wir müssen standhaft bleiben, Courage beweisen. Das Positive ergreifen und uns stets daran erinnern, dass wir nicht die Einzigen mit dieser Angelegenheit sind. Wir müssen hoffen, beten und unsere Gedanken nicht von dem Negativem beeinflussen lassen. Wir müssen zuversichtlich in die Zukunft schauen. Und uns anlehnen, an die vor Wärme strotzende Vertrautheit. Denn das ist was uns bleibt, Hoffnung auf Besserung. Hoffen, zusammen mit unseresgleichen.  

Viele Menschen sind mir bereits ans Herz gewachsen, viele Menschen haben sich mit anvertraut. Doch umso mehr ich in den Kern dieser Person schaue, umso mehr Gedanken erstrecken sich vor mir. Und im Anflug dieser Gedanken, breiten sich ebenso mehr Sorgen aus. Sorgen, diesen Menschen so schnell wie man ihn kennengelernt hat wieder zu verlieren.

Macht das Beste aus der (gemeinsamen) Zeit!

Der Sand streift von meinen Fingern. Die feinen Körner fallen zurück zu Ihresgleichen. Ich erhebe mich. Mit einem spitzen, unsicherem Lächeln. In der Hoffnung, dass es jedem mir am Herzen liegende Menschen gut geht. Das was bleibt, ist mein Abdruck. Doch auch dieser, wird wenige Sekunden später von einer Strömung erfasst. Nichts ist für die Ewigkeit. Wir sollten für jeden Moment, jede Sekunde dankbar sein. 

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Hierbei einen großen Dank an meine Liebsten daheim! An diejenigen, die mich nie im Stich lassen und mir so gut es geht unter die Arme greifen. Ein Dank an meine australischen Freunde, die mich aufgenommen und in ihr Herz geschlossen haben. Danke dass es euch alle gibt! Ein super – turbo – Gruß an euch und massiv stabile Umarmungen! 😛

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img_5174Das war es also. Kurz und schmerzlos. Aufregend, wunderschön, erfahrungsreich. Weihnachten in einem anderen Land, auf einem anderen Kontinent, fünfzehntausend Kilometer entfernt von Daheim. Neben Kängurus und Koalas. Wer hätte gedacht, dass die Australier unserem Weihnachtsbrauch von Rotkraut und Klößen so nahe kommen würden. Okay gut, beinahe.

Pünktlich zum Vierundzwanzigsten verwandelte sich der öde Regen in strahlenden Sonnenschein, und brachte fünfunddreißig Grad und tausende, widerliche Fliegen mehr mit sich. Aber wenn das kein Australisches Weihnachten ist, dann weiß ich auch nicht weiter 😀

Meine Chefin lud mich spontan nach der Arbeit ein, bei ihr und ihrer Familie vorbeizuschauen. Nichts erwartend erreichte ich die Feier gegen späten Nachmittag und wurde von unzähligen, strahlender Gesichtern und einem gigantischen Barsch begrüßt. Obwohl ich keinen Fisch esse, musste ich diesem Barsch ein Go geben. Und Tatsache, er war mehr als hervorragend! Unglaublich was die Aussie aus mir machen. Ich wurde bereits ein Radfahrfanatiker und nun noch zum Fischliebhaber?  

 australia_ka%cc%88nguru Anyway. Für das Hauptmahl musste geschuftet werden. Wir versammelten uns alle in der Küche, in der bereits für jeden ein Arbeitsbereich vorbereitet war. Gekocht wurde: Chicken Tikka Masala. Indisch statt Australisch. Na gut. Aber das unfassbar gut! Wir genossen den Abend mit Livemusik und Milkshakes, bevor es mit einer üblen Fahne aufs Rad nach Hause ging (natürlich herbeigeführt von den australischen Milkshakes) 😀

Am nächsten Tag hieß es früh aufstehen und ab nach Wonthaggi, der nächstgelegenen, größeren Stadt. Aber nicht um dort dem gigantischen Shoppingcenter (hust) einen Besuch abzustatten, sondern um von dort aus weiter auf eine Farm zu gelangen. Wie Australisch könnte es bitte noch werden?   img_5155img_5191Eine riesige Familie und hunderte Kühe empfingen mich herzlich und muhend. Die Farm bestand aus drei separaten Häusern und einem gigantischen Areal von Land. Mir wurden nicht nur interessante Informationen über die Farmarbeit vermittelt, nein, ich wurde sogar in die australische Küche eingeweiht. Zu speisen gab es Seafood (was sonst bei der Hitze?), Kartoffelsalat und Unmengen an Rote Beete – also fast wie zu Hause. Der Nachtisch übertraf allerdings alles. Eine weiße, nach Schaumküssen schmeckende Torte „Pavlova“ und der traditionelle Christmas Pudding wurden aufgetischt. Köstlich. So köstlich, dass wir nach Hause rollen mussten. Ihr seht, selbst auf Übersee ändert sich zumindest zu Weihnachten, gar nichts 😀

Zum Höhepunkt des Tages gehörte eine Quadtour, bei der wir kreuz und quer über die Farm durch Kuhherden rasten. Abartig geile Erfahrung!

Die Einladung fürs kommende Jahr hab ich auch schon in der Tasche. Eine goldige Familie! Hoffentlich sehen wir uns wieder! Vielen Dank an Anne (my fat bum) und Lori (my cheeky chicken), die mir diese Erfahrung ermöglicht haben! 🙂 Und Merry Christmas an all meine Freunde – ich hoffe ihr habt die Zeit mit Familie und Freunden ausgiebig genossen!

Dennoch, so schön wie diese Möglichkeit auch war, ich hätte mich schon gern nach Hause zu meinen Liebsten und einer fetten Portion Klöße gebeamt. Weihnachten ohne euch, den Glühwein und Opas zauberhaften Kochkünsten ist halt einfach nicht das selbe. Hab euch lieb und vermisse euch. 

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gras gras1 Drei Wochen sind bereits vergangen, seitdem ich auf der Insel angekommen bin. Das Leben hier ist vergleichbar zu Melbourne tatsächlich sehr öde, dennoch habe ich nichts Anderes erwartet. Abgesehen von ein paar überteuerten, für Touristen geschaffenen Läden gibt es hier nichts. Man könnte meinen, Aldi und der Sushiladen nebenan, wären hier meine treuesten Begleiter haha.

Nichtsdestotrotz kann man Phillip Island ein wenig Charme abgewinnen. Schon allein der Fakt, dass Miley Cyrus‘ Göttergatte Liam Hemsworth hier aufgewachsen ist, verleiht der Insel einen Pluspunkt. Außerdem wird die Insel fast tagtäglich in ein klares, warmes Sonnenlicht getaucht und verzaubert mit zahlreichen,herumhüpfenden Wallabies. Die Küstenlandschaft beeindruckt mich mit ihren immensen Wellenlöchern immer wieder aufs Neue. Und Dank des minimalen Radius‘, bin ich zu einem echten Radfahrfanatiker geworden.

Man könnte meinen, dass ich zu einem kleinen, aber feinen „Local“ heranwachse. Und aus diesem Grunde, möchte ich euch das Vorurteil, „Phillip Island wäre nur zum Pinguin beobachten ansehnlich“, schnell aus den Köpfen streichen! Denn ist man einmal hier, gibt es viel bezauberndere Dinge zu sehen als fünfundzwanzig Dollar für eine labbrige Pinguin Parade aus dem Fenster zu werfen.

phillip_island1 Radtouren:

Ich lebe in Cowes und somit in der größten und lebendigsten Stadt der Insel. Von hier aus kann man ganz easy zu den Nobbies (14km) oder dem Rhyll Inlet State Wildlife Reserve (5km) düsen und einen gigantischen Ausblick genießen. Dabei passiert man den Koala Conservation Park und Unmengen an Wallabies, den kleineren Kängurus.

Surfspots 

waves

Eine Sache die ich am Inselleben besonders feire ist, dass eine Hälfte des Landes an den Ozean angrenzt und man somit endlich die Möglichkeit hat, seinen Surfgeist zu entfalten. (Minuspunkt für Melbourne) Auch wenn die Wellen hier eher für Quereinsteiger geeignet sind, kann man eine Menge dazulernen und sich auf die größeren Wellen weiter östlich vorbereiten.

„Surf Beach“ wirbt zwar mit seinem Namen,   allerdings kommt ihr am „Smiths Beach“ mehr auf eure Kosten. Dieser ist bei Locals als DER Strand für gute Wellen bekannt und dementsprechend auch immer gut gefüllt!

phillip_islandGeheimtipp

Ich dachte, euch könnte mein Undergroudnwissen interessieren. Jeden Tag gegen zwölf Uhr könnt ihr im Hafen von San Remo eine Pelikanfütterung miterleben. Etliche Pelikane kommen für diese Fütterung an Land und lassen es sich ordentlich gutgehen. Alles gratis. Wer Geduld hat, kann anschließend auch einige Rochen beobachten, die sich ihren Weg zum übergebliebenen Futter verschaffen. Die Dinger sind riesiger als riesig!

pelikan_pelikan_parade_phillipislandWalking Trails

Wie ich bereits angesprochen habe, ist das Rhyll Inlet ein wirklich bezaubernder Ausflugsort. Eine gute Stunde benötigt man, um die im Wäldchen gelegenen Holzpfade zu überqueren. Am Zielort angekommen, wird man von einem schimmernden See in Empfang genommen, der unzählige gesellige Wassertiere in sich birgt. Es ist die Bucht, in der all das Wasser des Western Port Bays zusammenkommt.

Churchill Island ist ein weiterer, spannender Walking Trail, den man unbedingt erkunden sollte. Es ist eine kleine,separate Insel neben Phillip Island, auf der einzig und allein eine Familie lebte. Diese war mit ihrer Farm völlig abgeschnitten und nicht einmal durch eine Brücke zu anderen Inselbewohnern verbunden. Die Farmer mussten täglich auf Ebbe warten, um ihre Kühe durch das Watt zu treiben. Heute gibt es dort nur noch extrem guten Kaffee und eine interessante Lebensgeschichte zu entdecken.phillip_island_nobbies

Cape Woolamai ist der höchste und wohl schönste Ausblickspunkt der Insel. Von hier aus hat man einen herrlichen Überblick auf ganz Phillip Island und dazu versammeln sich tausende von Lebewesen, unter anderem eine der giftigsten Schlangenarten die „Red Bellied Black Snake“.

Tagestrips  

Phillip Island bietet die Möglichkeit, eine fantastische Bootstour zu den Nobbies mitzuerleben. Die Nobbies sind eines der Wahrzeichen hier und beherbergen duzende Robben, Pinguine und andere Meeresgeschöpfe. Auf der Fahrt kann man mit Glück auch Wale oder Delphine beobachten und ein Halt an romantischen Buchten wird auch mit drin sein 🙂 Ich habe diese Tour bisher noch nicht erfahren, aber es steht schon ganz weit oben auf der Bucketlist!

Hat man keinen Bock auf Robben, kann man sich auch zur French Island chauffieren lassen. Diese Insel liegt direkt im Western Port Bay und zeichnet sich durch seine unberührte Natur aus.

Die Pinguin Parade ist allerdings DAS Highlight Phillip Islands und zieht jedes Jahr Millionen von Besuchern an. Ich finde es ehrlich gesagt überflüssig und so denken hier auch die meisten Locals, denn was man hier für viel Asche bekommt, kann man in Melbourne auch gratis erleben..

Zu guter Letzt noch der Island Circuit Grand Prix. Wer auf Motorräder und Wettrennen steht, ist hier genau richtig. Hier wird die jährliche Weltmeisterschaft ausgetragen.

nobbies_phillipisland Nachtleben

Das Partyleben ist hier eher minder schön. Zur Auswahl stehen am Wochenende die „Trumpet Bar“ oder das „Hotel“. In beidem werdet ihr mehr Melbournies als Locals antreffen, aber dadurch bleibt es wenigstens immer etwas Besonderes.  Und wem das noch nicht reicht, der kann sich ja gemütlich mit einer getarnten Flasche Wein an den Strand setzen 😛 (Beachparties gibt es hier im Überfluss)

 

 Cafés und Restaurants

Zu meinen Lieblingen gehören hier das „Island Whole Foods „, „Waterboy Café“   und das direkt am Strand gelegene „Mad Cowes“ 

 

Ich hoffe, ich konnte euch hiermit einen kleinen Einblick ins Inselleben geben und euch für Phillip Island begeistern. Freue mich über jedes Feedback! 🙂

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img_5590 Melbourne. Du und ich, das ist wie eine Hassliebe. Erst bringst du mich dazu, mich in deine strahlende Unschuld zu verlieben und im selben Moment würdest du mir nicht einmal die Hand reichen, wenn ich dem Abgrund nahe bin. Was ich damit sagen möchte, du trügst. Du bist mir erst entgegengekommen, als ich bereits drauf und dran war zu flüchten. Und nun sieh mich an, ich sitze in einem Bus, der Zivilisation desertierend. Deine atemberaubenden Wolkenkratzer ziehen an mir vorbei. Ich befinde mich auf meinem Weg, Ruhe vor dir zu finden. Auf einer Insel. Mit gerade mal 10.000 Einwohnern. Danke für die schöne Zeit, aber ich denke es ist gut, mich für einige Monate von dir zu trennen. Ich werde wiederkommen, keine Frage. Du hast mich einfach zu sehr verzaubert, als dass ich mich so einfach von dir losreißen könnte. Aber erstmal ist genug mit den Spielchen. Genug von dieser Hassliebe.

Natürlich wusste ich vor meiner Abreise, dass Australien kein märchenhafter Traum werden wird. Kein Rosentanz. Kein Zuckerschlecken. Nein! Ich wusste, es wird eine harte Zeit. Man ist auf sich selbst gestellt, man muss den eigenen Konsum kontrollieren. Man muss planen, einordnen, mitdenken. Doch so ehrgeizig wir es versuchten, desto weniger kam dabei heraus. Ich wusste auch, dass die Australier einen Fetisch haben, Backpacker  auszunutzen. Wer würde das nicht.

Aber dass ich diese Erfahrung am eigenen Leib erleben würde, war mir nie bewusst. Ich dachte, das wird schon. Irgendjemand wird sich schon finden. Ha! Falsch! Wie sehr wünsche ich mir, Australien wäre wie eine Attraktion auf Tripadvisor, der man eine deftig ausführliche Bewertung an den Kopf schmeißen könne. 

melbourne_1 melbourne_art_graffitimelbourne_federation_squareDie Wahrheit ist, wir haben eine Woche nachdem wir in Melbourne strandeten, eine Stelle in einem Restaurant gefunden. Dieses hätte nicht paradiesischer sein können. Mitte am Strand, eines der besten Restaurants Australiens, nettes Umfeld, grandiose Bezahlung. Aber, ein Haken war da. So tolerant wie sich die Leute dort den Menschen von Übersee auch gegenüberstellten, desto weniger waren sie es. Wir sollten binnen zwei Tagen alle Gerichte, Weine, Cocktails, Biere auswendig wissen. Hört sich einfacher an als es ist. Aber. Es ist menschlich von jemanden zu verlangen, zu wissen was wozu gehört. Es ist unmenschlich von jemanden zu verlangen, zu wissen woher, wann, wie, Geschichte, Preis, Geschmack und Co. , wenn man als Chef selbst keine Ahnung hat.

Mittlerweile bin ich es ja gewohnt, dass man in der Gastronomie keine Schulung bekommt. Irgendwo finde ich das auch gut. Unter Druck kann man sich nunmal besser einarbeiten. Aber bei einer Neueröffnung selbst als Manager so unorganisiert und verplant zu sein. Traurig. Uns wurden Gründe an den Kopf geworfen, die dreister nicht hätten sein können. Die eigenen Schuld wir natürlich nie in Frage gestellt. Irgendwo bin ich auch froh dort wieder raus zu sein, aber wir haben uns die größte Mühe gegeben. Und als Dank bekamen wir eine Woche lang nicht mal den geringsten Bescheid, was nun Sache ist. Merci. 

melbourne_australia1 melbourne_eureka_tower Nun, nach diesem Desaster, machten wir uns auf den Weg unsere Curriculum Vita’s –  kurz Lebensläufe – zu verteilen. Gute zwanzig Stück gingen dabei aus unseren Händen. In ganz Melbourne. Uns wurde versichert, man würde sich melden. Wir hätten eine Handvoll Erfahrungen vorzuweisen. Gebracht hat es folgendes. Ein Anruf.

Voller Erwartungen machten wir uns nun zum hoffentlich nächsten Arbeitgeber. Dieser schien vollends überzeugt von uns zu sein. Bedankte sich während der Schicht bei uns, was wir für einen guten Job machten. Wir bekamen Essen umsonst, das Arbeitsklima machte einen wunderbaren Eindruck. Nun der erneute Haken. Immer wieder hörten wir, dass es zwei Ausfälle für diesen Abend gab und sie nun froh sind Ersatz zu haben. Ersatz. Auf der Suche nach etwas zu trinken, stieß ich dann auf einen unfassbar hohen Stapel Lebensläufe. Normalität? Natürlich. Am Ende des Abends wurde uns versichert, wir dürften wiederkommen. Sie würden sich bei uns melden. Uns einen Anruf geben. Witzig, dass wir für acht Stunden Arbeit labbrige vierzig Dollar bekamen. Danke für Nichts! 

melbourne_graffiti melbourne1Die Suche ging über sämtliche Onlineportale weiter. Zwei Wochen lang meldete sich keiner. Erst jetzt, drei Tage vor meiner Abfahrt, bekam ich unzählige Mails. Ich lehnte dankend ab, denn ich würde mein Glück nun auf Phillip Island versuchen. Ich hatte mir das anders vorgestellt. Aber bin dennoch dankbar nun bei Deutschen anfangen zu können. Denn ich weiß einfach, dass Deutsche eine andere Auffassung von Arbeitsmoral haben.

Ich möchte natürlich niemanden entmutigen, Arbeit in Melbourne zu finden. Mir selbst bricht es das Herz, dass ich diese zauberhafte Metropole verlassen muss. Aber jedem sollte bewusst sein, wie hart es wird. Ihr findet auf dem Land viel einfacher eine Arbeitsstelle als in der Großstadt. Logisch. In den Städten ist jeder ersetzbar in kürzester Zeit. Auf dem Land sind sie über jede Hilfe dankbar. Und falls alle Stricke reißen sollten, gibt es ja immer noch WWOOFING und Workaway. Arbeiten für Kost und Unterkunft.

Ich denke so eine kleine Auszeit von der Extreme tut mal ganz gut. Auch meinen Alkoholkonsum werde ich damit wohl einstellen können haha.

Melbourne, ich liebe dich trotzdem! 

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great_ocean_road_waterfallIch befinde mich fernab von dem, was ich einst mein zu Hause nannte. Genau vor einem Monat nahm ich meine Liebsten zuletzt in die Arme. Tränenüberflutet standen wir eng umschlungen am Flughafen beieinander. Doch einer musste sich losreißen. Einer lockerte seine Kräfte. Und das war ICH.    australia_animals Nun, 31 Tage später, befinde ich mich dort, wo ich mich schon immer hingeträumt habe. In einer Stadt, die nicht aufgeschlossener, nicht farbenüberfluteter und nicht weltoffener sein könnte. Eine Stadt lauter ausgefallener Menschen, Hippies und zwischendrin auch Anzugsträgern. Melbourne.

Auf der einen Seite erblickt man die gigantischen Riesen, während sich auf der gegenüberliegenden endlos weite Gärten ausbreiten. Die Stadt ist so ausgefallen, dass man einfach jeden Tag etwas anderes, besonderes erfährt. Mittlerweile bin ich hier seit knapp zwei Wochen – und noch nie habe ich derart viele Museen und Ausstellungen besucht! Aber diese Stadt scheint einen einfach dazu zu verleiten. Der Wahnsinn.  great-ocean-road-7great_ocean_road_geelong geelongDie Tage vor unserer Ankunft in der Weltmetropole verbrachten wir damit, die Great Ocean Road zu inspizieren. Zehn Tage lang fuhren wir kreuz quer von Adelaide über Robe, Portland, Port Fairy, Cape Otway, Apollo Bay, Lorne, Torquay und Geelong. Zugegebenermaßen erwies sich diese Campingzeit als gar nicht mal so übel. Und dabei hasse  ich campen (eigentlich)!   great_ocean_road_1gor great-ocean-road-1Leider hat das zwanglose „In den Tag hineinleben“ ab morgen erstmal ein Ende. Irgendwann holt einen der Alltag dann doch wieder ein. Aber ich möchte mich auf gar keinen Fall beklagen, denn was andere als Wunsch ansehen, wird für meinen Travelmate und mich Wirklichkeit. Wir dürfen direkt am Strand arbeiten, mit einem fetten Ausblick auf den Ozean. Okay nicht ganz. Port Phillip Bay mogelt sich noch dazwischen. Aber Wasser bleibt schließlich Wasser oder? 😀

Hoffentlich zieht uns die Sonne keinen Strich durch die Rechnung, denn wir beide scheinen besonders anfällig auf diese extrem widerliche Sonneneinstrahlung zu sein haha.

Ich bin wirklich gespannt, was sich in der nächsten Zeit alles entwicklen wird.

 Aber ich habe mich definitiv schon ein klein wenig verliebt.

In Melbourne. 

P.S: Leider hatte meine SD-Karte keine Lust mehr auf mich und demzufolge sind alle Bilder der ersten 2 Wochen zunichte. Ich hoffe, dass ich sie irgendwie durch anderweitige Hilfe wieder retten kann.. Falls jemand jemanden kennt oder weiß wie ich meine Bildchen wiederherstellen könnte, lasst es mich wissen. Demzufolge seht ihr nun ein paar Aufnahmen, die von meinem Travelmate Vreni stammen 🙂 Cheerio! 

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Schlosspark Bald ist es soweit Abschied zu nehmen. Bald naht die Zeit, sich die Hand zu reichen und den ganzen Körper an sich zu pressen. So fest es nur geht. Bald wird es der letzte Kuss sein, die letzte Umarmung. Die letzte Chance beieinander zu sein. Wer weiß, wann man sich wieder sieht. Bald. Bald ist es soweit und der Flieger steigt hoch hinaus in ein neues Abendteuer.

46 Tage, 6 1/2 Wochen, 1092 Stunden Zeit die ich noch mit Familie, Freund und Freunden verbringen kann, bevor die Reise meines Lebens beginnt. Noch vor knapp 3 Monaten war mir nicht einmal bewusst, wohin es für mich im nächsten Jahr gehen werde. Ob ich aufgeregt bin? Ob ich meine Lieben nicht vermissen werde?

  Wie ich die Sache mit meinem Freund handle?albrechtsberg_downtownjourneyDiese Fragen bekomme ich in letzter Zeit sehr oft gestellt. Natürlich fällt es mir nicht besonders leicht alles hinter mir zu lassen. Allerdings wird die Entfernung, wenn ich Deutschland verlasse, nicht meine größte Veränderung sein. Sondern die Tatsache, dass wir unser Haus verkaufen, mein Heim in dem ich 20 Jahre lang aufgewachsen bin. 20 Jahre meines Lebens erlebt und Erinnerungen gesammelt habe. Ich verlasse mein Baumhaus, meinen Rückzugsort, meine geheime Geldkammer, mein Wolfsrudel. Ich werde meine Katze abgeben müssen, der wohl schmerzlichste Fakt überhaupt. Meinen geliebten Kater, der mich 10 Jahre lang begleitet hat und immer für mich da war. Der sich neben mir eingerollt hat, als ich tränenüberflutet im Bett lag. Der einfach gespürt hat, wenn es einem nicht gut ging. Ihn werde ich wohl am meisten vermissen, wenn ich wieder zurückkomme, denn ihn werde ich nie wieder zurückbekommen..

Es hat alles immer seine guten aber auch schlechten Seiten ein Jahr und länger fortzugehen. Heimweh wird mit innerer Selbstfindung verbunden. Materielle Verluste mit wertvollen Erfahrungen. Der randvoll gefüllte Kleiderschrank wird gegen einen 60 Liter Rucksack ausgetauscht und die Sneakersammlung gegen ein einziges Paar Schuhe. Man ist auf sich selbst gestellt, muss allein vorankommen.  Das Leben am Limit beginnt.  detail_downtownjourneyIrgendwie habe ich Angst. Die letzten zwei Monate waren mehr als grandios. Ich habe so viel Neues erlebt, habe mich richtig fallen gelassen, die Zeit genossen und die Liebe lieben lassen. Sobald ich zurück bin, wird nichts mehr so sein, wie es mal war. Logisch, in dem einen Jahr werde ich nicht die Einzige sein, die sich verändern und weiterentwickelt. Freunde, Freund und Mama werde ebenfalls neue Erfahrungen sammeln. Ich hoffe aber nur die Guten. Vielleicht komme ich zurück und meine Mom ist verheiratet? Vielleicht wird mein Freund eine neue Freundin haben? Vielleicht bekommt meine Schwester ein Kind? Wer weiß das schon. Ich hoffe aber nur die Guten.

Ich denke dieser Trip wird mich nicht nur äußerlich verändern, sondern mir auch ein neues Selbstwertgefühl geben. Ich bin wirklich gespannt, wie ich jegliches Problem meistern oder  missen werde. Es bleibt spannend. Aber ich werde euch hier offen und ehrlich auf dem Laufenden halten. Euch die ganze Wahrheit berichten. Alles was schiefläuft, alles was wir erleben. Sowohl über die positiven Aspekte als auch die negativen. Ob Australien wirklich so fabelhaft ist, wie alle behaupten. 

Bis bald! Eine Verabschiedung bedeutet nicht immer gleich ein Abschied für immer. Wir sehen uns in Australien. detail_downtown_journey downtown_journey_schloss downtown_journey_schloss1 downtownjourney_Schloss2

Top / Zara 

 Rock / Romwe

 Kette / Stilnest / Luisa Lion Collection

 Schuhe / Primark

Tasche / Yve Saint Laurent

 Uhr / Casio 

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