Um in der Türkei bestmögliche Erinnerungen zu erzielen, sollte man sich auf etwas besonders einlassen: eine Safari Tour! Es war die beste Entscheidung, die wir hätten treffen können. Da die Türken jedoch etwas unorganisiert sind, wurden wir statt zum gebuchten Tag, zwei Tage später abgeholt. Hut ab vor dieser unschlagbaren Pünktlichkeit! Haha!
Um nicht enttäuscht zu werden, solltet ihr euch auf keinen Fall eine Fahrt am Stadtrand buchen. Diese sind meist nicht einmal existent und kosten nur Unmengen an Geldern. Wir haben direkt bei unserer Reiseagentur „Neckermann“ gebucht und waren rundum zufrieden.
Los ging es am frühen Morgen mit einem orangefarbenen Jeep in Richtung Taurusgebirge. Abgeholt wurden wir von einem dickbäuchigem, quirligem Typen, der uns mit seinem freundlichen Grinsen jegliche Müdigkeit aus den Augen strahlte.

Als alle acht Personen eingesackt und im Auto platziert wurden ging es los. Unser Fahrer drehte die Musik lauter und trommelnde Bässe schlugen uns um die Ohren. Wir fuhren mit 14 weiteren Wagen im Rücken, die steilen Straßen zum Gebirge hinauf. Hoch oben angekommen gab es vorerst eine Einführung, Regelungen die wir unterzeichnen sollten und ausdrückliche Verbote, die herumstreunenden Kamele zu fotografieren. Kamele? Ja! Ich müsste sogar noch ein paar Fotos von solch einem Prachttier im Petto haben. Oh, habe ich Fotos gesagt…

Natürlich, wie es mir schon vorab klar war, stellten diese unterzeichneten Regelungen lediglich eine Absicherung für das Unternehmen dar, aber keine generelle Pflicht sie einzuhalten. Was macht man also? Statt still und angeschnallt auf seinem Po sitzen zu bleiben, steht man auf und lehnt sich aus dem fahrenden Auto. Egal wie schnell man sich fortbewegt, irgendein Gefühl sagte einem, es werde nichts passieren. Doch die Fahrt geriet erst in vollsten Schwung, als der Fahrer die schweren Wasserkanister unter den Plätzen hervorholte und jedem von uns eine Wasserpistole in die Hand drückte. Nun gut, somit hatte die Wasserschlacht begonnen! Einen fantastischeren Einfall hätten sie nicht haben können. Bei glühender Hitze auf unseren Köpfen, sorgten diese Wasserspiele für eine deftige Abkühlung und eine Menge Spaß!

Wir fuhren auf schmalen Landstraßen durch das Tal und gelangten nach einer guten Stunde in ein zierliches Landhaus, vor welchem bereits eine alte Dame an den bekannten Yufka arbeitete. Innen befanden sich typisch türkische Sitzecken, bequem mit zahlreichen Kissen und Decken angehäuft. Wir ließen uns nieder und bekamen Shisha’s und warmes Yufka, gefüllt mit Kartoffeln, Käse und Schnittlauch gereicht. Meinen Geschmack traf es zwar nicht so wirklich, aber die anderen waren umso begeisterter. Plötzlich zog mich der Chef der Organisation zur Seite und fragte mich, ob er ein Foto mit mir machen könne. Ich war völlig perplex und wusste nicht weshalb er das wöllte. Als hätte er meine Gedanken anhand meines verwirrten Gesichtsausdruckes gelesen, sagte er, ich sei so blass wie ein Käse und wir müssten das unbedingt festhalten. Denn er hätte noch nie eine so weiße Person gesehen (Tja, schade dass er mich 3 Tage danach nicht gesehen hat. Ich wette, meine Bräune hätte seine geschlagen!)

Später ging es weiter ins Gebirgsinnere. Auf uns warteten die schönsten zwei Stunden meines bisherigen Auslandsaufenthaltes. Ungelogen! Es. War. Einzigartig! Wie im Paradies, wurden wir von einheimischen Kindern und deren Großeltern empfangen. Wir ließen uns auf bettenähnlichen
Bauten nieder, die sich über dem treibenden Wasser befanden. Hinter uns stachen mir zwei unfassbar schöne Wasserfälle ins Auge. Davor ein Wasserrad und ein kleiner Teich in dem die Kinder badeten. Sogar ein Sprungturm wurde dort für sie angebracht. Ich beobachtete die flinken Hände der alten Damen, wie sie ein kleines Buffet für uns aufbauten. Unter landestypische Gerichten gab es Melone, frisch gefangenen Fisch und Hähnchenspieße. Normalerweise bin ich sehr vorsichtig, was Essen außerhalb des Hotels angeht. Denn leider reagiert mein Magen darauf sehr empfindlich 😀
Aber hier musste ich einfach zuschlagen. Es sah so so gut aus! Und einer solchen Gastfreundlichkeit kann ich auch nichts abschlagen.
Gesättigt fuhren wir weiter in Richtung „Stadt“. Die einzige, in 50 km Umkreis. Nicht umsonst wählte ich die Anführungszeichen, denn hinter dieser „Stadt“ verbargen sich an einer Hand ab zählbare Häuschen. Ein winziger Markt erstreckte sich über die einzige Straße weit und breit. Links und Rechts urtypische, lächelnde Gesichter. Bevor wir wieder fuhren, erhaschte ich einen Blick auf traditionelles Geschirr. Ich konnte nicht anders und musste der alten Dame einfach ein paar goldene Löffel mit rot besetzten , glitzernden Steinen abkaufen. Da die Bewohner nur vom Nötigsten leben und ihnen ein(!) einziges Auto zur Verfügung steht um Einkäufe zu tätigen, oder ins Krankenhaus zu fahren, steckte ich der Omi ein paar Groschen mehr zu. Ihr Lächeln? Unbezahlbar. Es war einer der schönsten Momente in meinem gesamten Sommer. Und eine Sache, an die ich mich noch Ewigkeiten erinnern werde. Vor allem, weil sie mir vor lauter Euphorie noch einen weiteren Löffel ins Tütchen packte. Goldig!
Falls ihr euch ebenfalls dazu entschließen solltet, Alanya zu besuchen, lege ich euch diese Tour organisiert von Sherlock Holmes wärmstens ans Herz. Nun begebe ich mich zum Airport um meinen Flug nach Portugal zu erwischen. Seid lieb gegrüßt.

 

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W A N D E R L U S T. Ein Begriff, der mir nicht mehr aus dem Kopf gehen will. In den Flieger steigen und etwas neues, einzigartiges entdecken. Das ist es, was ich mein Leben lang machen möchte. Und wie bereits angekündigt, kommt heute nun mein allererster Post zum Thema Reisen online. Worum es genau geht? Alanya! Und glaubt mir wenn ich euch sage, dass es garantiert nicht langweilig werden wird! 🙂

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Anreise – Neuer Horrortrip?


Am Sonntag den 19.07. ging es für mich bereits sechs Uhr Morgens in Richtung Flughafen. Meine kleinen, roten Äuglein versuchte ich mühevoll aufzuhalten. Ganze zwei Stunden hatte ich mich in meine weichen Kissen gekuschelt und meinen Brustkorb langsam auf und ab bewegt. Bis drei Uhr, war ich mit packen und dem Gedanken beschäftigt, ob unser Flug diesmal gut verlaufen würde. Nach meinen Erfahrungen des letzten Jahres, war ich nicht mehr ganz so positiv gestimmt in einen Flieger zu steigen und abzuheben.Wir hatten auf allen vier Flügen heftige Turbulenzen, woraufhin ich mir schwor, nie wieder diese Art von Verkehrsmittel zu betreten. Aber nun gut, wer etwas erleben möchte, muss die Zähne zusammenbeißen, so meine Mom. (Und sie hat damit natürlich vollkommen Recht!)

Mein Herz raste, als ich die mir noch unbekannte Fluggesellschaft erreichte. Vorab, hatte ich mich im Internet erkundigt, was andere darüber schrieben und ich stieß ununterbrochen auf abwertende Kritiken. Schlechter Service, schlechte Flugausstattung, UNSICHER! Als am Check-In dann auch noch die Durchsage kam, dass der Flug um eine Stunde verschoben werden müsste, auf Grund von technischen Problemen, war meine Angst nicht mehr zu halten und Tränen kullerten mehr oder weniger unfreiwillig über meine Wangen.

Glücklicherweise verliefen sowohl Hin – als auch Rückflug tadellos. Unser Essen erwies sich als einfach aber genießbar und selbst die „gelangweilten“ Stewardessen, wie es im Netz immer hieß, waren freundlich, zuvorkommend und bemüht eine klare, deutliche Ansage zu leisten. Gut, eine saß mir mit einer Kotztüte fest umschlungen gegenüber und Gedanken machten sich breit, ob sie denn auch wirklich nicht die Tüte verfehlen würde. Aber vielleicht war es auch einfach nicht ihr Tag. Haha. Ansonsten kann ich euch Atlasjet für Kurzstreckenflüge wirklich empfehlen. Billig und sicher!

Gegen 18 Uhr öffneten sich uns die gläsernen Tore der Eingangshalle. Mit knurrendem Magen wurden wir vom überaus freundlichem Personal empfangen und ins Zimmer begleitet, welches mich wirklich positiv überraschte, da es tausendmal besser aussah, als im Internet. Schnell wurde allerdings klar, hier geht man nirgends an Trinkgeld vorbei! Typisch Türkisch, forderten sie dich fast schon auf, immer und überall Trinkgeld zu hinterlassen. Egal für welchen Service, sei es für die Putzfrauen, die Küche, den Busfahrer und selbst für die Rezeption, falls sie dir eine kleine Auskunft gewährt hatte. Es war der reine Wahnsinn! Und ich fühlte mich bereits am ersten Tag leicht verarscht.

Das erste Abenteuer!


Ausgeschlafen und wohlgenährt warteten wir am folgenden Morgen auf unseren Reiseleiter, welcher uns die landestypischen Traditionen, Regeln und einige Ausflugsziele näherbringen wollte. Wir planten mit ihm die gesamte Woche von einer Jeep Safari bis hin zum ersten Hamambesuch. Anschließend zogen wir uns an den Strand zurück und verabredeten uns mit unseren neu gewonnenen Freunden, für eine Wanderung auf die 5km entfernte Burg. Gut, ähm.. Wir wanderten nur bergab. Bei 42 Grad im Schatten kam uns die 100m entfernte Bushaltestelle etwas gelegen haha ☺Und ich kann euch versichern, es ist ein wahres Erlebnis mindestens einmal mit einem türkischen Busfahrer zu fahren! Die kennen dort keine Stoppschilder, keine „wirklichen“ Haltestellen (wenn der Bus voll ist, hält er nicht an), keine Knöpfe um dem Fahrer zu signalisieren, dass man aussteigen möchte (hier gilt einzig und allein: melde dich wie in der Schule oder ich lass dich nicht raus!)  und um den Bus auch mal zu lüften, fährt man um die steilen Kurven und engen Straßen auch gern mal mit offener Tür (ja ja diese Türken)

Jeep Safari – unterschreibt, dass ihr während der Fahrt nicht aufstehen werdet. Los, aufstehen!

Es war die wohl beste Sache, die wir in Alanya hatten unternehmen können. Anfangs bereitete uns allerdings die Planung des Reiseleiters heftige Kopfschmerzen und erste Zweifel kamen auf, ob hier denn wirklich auch alles nach Plan laufen würde (Abzocke wird in der Türkei nicht gerade klein geschrieben). Ich hatte ein wirklich mulmiges Bauchgefühl, da uns nach einer halben Stunde immer noch keiner abholte und auch niemand ans Telefon ging. Schließlich fanden wir mit Hilfe des Personals heraus, dass unsere Ausflüge vertauscht wurden und wir statt des Hallo Türkei Rundtrips, erst einmal die Jeep Safari in Angriff nehmen würden.

Zwei Stunden später traf nun auch unser Jeepfahrer pünktlich am Hotel ein und die Tour konnte beginnen. Wer denkt, dass diese Jeep Safari nur etwas für jüngere Leute ist, täuscht sich gewaltig! In unserem Jeep saß eine ältere Dame, welche die ganze Fahrt über hinweg für Stimmung sorgte! Wir entdeckten die engen, steilen Straßen des Taurusgebirges und wurden von starken Bässen begleitet.
Davor bekamen wir noch eine Einweisung und ein Dokument, welches wir unterzeichnen sollten. In diesem stand ausdrücklich, dass man während der Fahrt nicht aufstehen sollte. Aber gute fünf Minuten später, wendete sich das Blatt. (wer hätte das gedacht haha)

Bei unserem ersten Halt wurden wir aufgefordert, die gereichten Benzinkanister mit Wasser zu füllen. Anfänglich begriffen wir nicht ganz, wohin uns diese Aktion führen sollte, doch als jedem einzelnen von uns Wasserpistolen in die Hand gedrückt wurden, verstanden wir allmählich. Unter allen 15 Wagen fand eine gewaltige Wasserschlacht statt – diese kam uns nur zu Recht, da in dem Gebirge an die 48 Grad herrschten.

Wir hielten noch an einem kleinen Häuschen, in welchem uns frisches Yufka gereicht wurde (brüchiger, dünner Teig – in Deutschland oft für Dürüm verwendet). In Kombination mit gewürzten Kartoffeln traf es zwar nicht ganz so meinen Geschmack, aber eine Erfahrung war es allemal wert ☺ 
Auf den folgenden Bildern seht ihr die Einrichtung des kleinen Gasthauses und die liebe Omi, die uns diese typisch, türkische Spezialität gezaubert hat.

Damit der Beitrag nicht allzu lang wird, dürft ihr auf den nächsten Teil gespannt sein. Was meinem Leben eine 180 Grad Drehung verpasst hat und welcher der wohl schönste Ort für mich in der Türkei war, lest ihr im nächsten Artikel 🙂 Falls es euch gefallen hat, würde ich mich sehr über ein Däumchen auf Facebook freuen und ein kleines Feedback von euch!
Alles Liebe, Lisa.

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