img_5590 Melbourne. Du und ich, das ist wie eine Hassliebe. Erst bringst du mich dazu, mich in deine strahlende Unschuld zu verlieben und im selben Moment würdest du mir nicht einmal die Hand reichen, wenn ich dem Abgrund nahe bin. Was ich damit sagen möchte, du trügst. Du bist mir erst entgegengekommen, als ich bereits drauf und dran war zu flüchten. Und nun sieh mich an, ich sitze in einem Bus, der Zivilisation desertierend. Deine atemberaubenden Wolkenkratzer ziehen an mir vorbei. Ich befinde mich auf meinem Weg, Ruhe vor dir zu finden. Auf einer Insel. Mit gerade mal 10.000 Einwohnern. Danke für die schöne Zeit, aber ich denke es ist gut, mich für einige Monate von dir zu trennen. Ich werde wiederkommen, keine Frage. Du hast mich einfach zu sehr verzaubert, als dass ich mich so einfach von dir losreißen könnte. Aber erstmal ist genug mit den Spielchen. Genug von dieser Hassliebe.

Natürlich wusste ich vor meiner Abreise, dass Australien kein märchenhafter Traum werden wird. Kein Rosentanz. Kein Zuckerschlecken. Nein! Ich wusste, es wird eine harte Zeit. Man ist auf sich selbst gestellt, man muss den eigenen Konsum kontrollieren. Man muss planen, einordnen, mitdenken. Doch so ehrgeizig wir es versuchten, desto weniger kam dabei heraus. Ich wusste auch, dass die Australier einen Fetisch haben, Backpacker  auszunutzen. Wer würde das nicht.

Aber dass ich diese Erfahrung am eigenen Leib erleben würde, war mir nie bewusst. Ich dachte, das wird schon. Irgendjemand wird sich schon finden. Ha! Falsch! Wie sehr wünsche ich mir, Australien wäre wie eine Attraktion auf Tripadvisor, der man eine deftig ausführliche Bewertung an den Kopf schmeißen könne. 

melbourne_1 melbourne_art_graffitimelbourne_federation_squareDie Wahrheit ist, wir haben eine Woche nachdem wir in Melbourne strandeten, eine Stelle in einem Restaurant gefunden. Dieses hätte nicht paradiesischer sein können. Mitte am Strand, eines der besten Restaurants Australiens, nettes Umfeld, grandiose Bezahlung. Aber, ein Haken war da. So tolerant wie sich die Leute dort den Menschen von Übersee auch gegenüberstellten, desto weniger waren sie es. Wir sollten binnen zwei Tagen alle Gerichte, Weine, Cocktails, Biere auswendig wissen. Hört sich einfacher an als es ist. Aber. Es ist menschlich von jemanden zu verlangen, zu wissen was wozu gehört. Es ist unmenschlich von jemanden zu verlangen, zu wissen woher, wann, wie, Geschichte, Preis, Geschmack und Co. , wenn man als Chef selbst keine Ahnung hat.

Mittlerweile bin ich es ja gewohnt, dass man in der Gastronomie keine Schulung bekommt. Irgendwo finde ich das auch gut. Unter Druck kann man sich nunmal besser einarbeiten. Aber bei einer Neueröffnung selbst als Manager so unorganisiert und verplant zu sein. Traurig. Uns wurden Gründe an den Kopf geworfen, die dreister nicht hätten sein können. Die eigenen Schuld wir natürlich nie in Frage gestellt. Irgendwo bin ich auch froh dort wieder raus zu sein, aber wir haben uns die größte Mühe gegeben. Und als Dank bekamen wir eine Woche lang nicht mal den geringsten Bescheid, was nun Sache ist. Merci. 

melbourne_australia1 melbourne_eureka_tower Nun, nach diesem Desaster, machten wir uns auf den Weg unsere Curriculum Vita’s –  kurz Lebensläufe – zu verteilen. Gute zwanzig Stück gingen dabei aus unseren Händen. In ganz Melbourne. Uns wurde versichert, man würde sich melden. Wir hätten eine Handvoll Erfahrungen vorzuweisen. Gebracht hat es folgendes. Ein Anruf.

Voller Erwartungen machten wir uns nun zum hoffentlich nächsten Arbeitgeber. Dieser schien vollends überzeugt von uns zu sein. Bedankte sich während der Schicht bei uns, was wir für einen guten Job machten. Wir bekamen Essen umsonst, das Arbeitsklima machte einen wunderbaren Eindruck. Nun der erneute Haken. Immer wieder hörten wir, dass es zwei Ausfälle für diesen Abend gab und sie nun froh sind Ersatz zu haben. Ersatz. Auf der Suche nach etwas zu trinken, stieß ich dann auf einen unfassbar hohen Stapel Lebensläufe. Normalität? Natürlich. Am Ende des Abends wurde uns versichert, wir dürften wiederkommen. Sie würden sich bei uns melden. Uns einen Anruf geben. Witzig, dass wir für acht Stunden Arbeit labbrige vierzig Dollar bekamen. Danke für Nichts! 

melbourne_graffiti melbourne1Die Suche ging über sämtliche Onlineportale weiter. Zwei Wochen lang meldete sich keiner. Erst jetzt, drei Tage vor meiner Abfahrt, bekam ich unzählige Mails. Ich lehnte dankend ab, denn ich würde mein Glück nun auf Phillip Island versuchen. Ich hatte mir das anders vorgestellt. Aber bin dennoch dankbar nun bei Deutschen anfangen zu können. Denn ich weiß einfach, dass Deutsche eine andere Auffassung von Arbeitsmoral haben.

Ich möchte natürlich niemanden entmutigen, Arbeit in Melbourne zu finden. Mir selbst bricht es das Herz, dass ich diese zauberhafte Metropole verlassen muss. Aber jedem sollte bewusst sein, wie hart es wird. Ihr findet auf dem Land viel einfacher eine Arbeitsstelle als in der Großstadt. Logisch. In den Städten ist jeder ersetzbar in kürzester Zeit. Auf dem Land sind sie über jede Hilfe dankbar. Und falls alle Stricke reißen sollten, gibt es ja immer noch WWOOFING und Workaway. Arbeiten für Kost und Unterkunft.

Ich denke so eine kleine Auszeit von der Extreme tut mal ganz gut. Auch meinen Alkoholkonsum werde ich damit wohl einstellen können haha.

Melbourne, ich liebe dich trotzdem! 

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Wahnsinn wie schnell wir uns dank der heutigen Technik an einen ganz anderen Ort, weit über die Grenzen Deutschlands bewegen können. Verschlagen hat es mich diesmal nach Kroatien. Im Sommer stand ich diesem Land eher skeptisch gegenüber und wollte mich partout nicht dazu überreden lassen mitzufliegen. Ich weiß nicht, aber irgendwie ließ ich mich sehr von Vorurteilen leiten. Nachdem ich mich etliche Stunden später in die Empfehlungen und Bilder anderer Urlauber hineingelesen hatte, sagte ich schlussendlich zu und bereue es kein Stück!
Menschen – überdurchschnittlich freundlich!
Männer – ganz schnuckelig!
Natur – ein wahrer Traum!
Klima – oh, zumindest bleibt hier die Winterjacke im Schrank.
Sonntag Nacht erreichten wir das kleine Örtchen Cavtat. Dank Fensterplatz im Flugzeug konnte ich mir bereits vor der Landung ein Bild von Kroatien machen. Sah wirklich ganz nett aus. So dunkel. Haha. Aber als wir am nächsten Morgen unsere Balkontür öffneten, war ich wirklich mehr als sprachlos. Eine winzige, bunte von hohem Gebirge umgebene Stadt erhob sich vor meinen Augen. Ich atmete tief ein und spürte wie sich die Wellen des Meeres um mich schlugen. Ein atemberaubender Ausblick, den ich euch definitiv noch festhalten werde!
Nach dem Frühstück beschlossen wir – wie echte Touris eben – erst einmal die Stadt zu erkunden. Cavtat (Saftat ausgesprochen) liegt unterhalb Dubrovniks und wird in kaum einer Karte erwähnt. Schmale, lange Straßen umwinden Hafen und Restaurants. Gerade mal eine Stunde bräuchte man (mit Tourifotos und so) um das kleine Städtchen zu erkunden. Aber was man dabei alles entdecken kann, lässt Herz und Magen höher schlagen! Die Häuser sind teilweise sehr heruntergekommen, was aber nicht unbedingt tragisch ist. Denn irgendwie hat Cavtat seinen ganz eigenen Charme, um seine Besucher um den Finger zu wickeln. Da stören nicht mal die Baracken nebenan, wenn darauf schon wieder ein riesig, verziertes Anwesen und grinsende Bäckerinnen warten 🙂
Außerdem laufen hier überall kleine Kätzchen herum. Leider bin ich etwas unschlüssig, ob ich sie wirklich mit kleinen Streicheleinheiten verwöhnen sollte oder lieber die Finger von ihnen lasse. Aber seitdem mir in Barcelona so manche Horrorgeschichte über Straßenstreuner erzählt wurde, halte ich mich doch lieber von ihnen fern. Dabei sind sie so unfassbar niedlich!

 

Restaurants:
Falls ihr lecker schlemmen wollt, lege ich euch das „Local Cuisine Dalmatino“ wärmstens ans Herz. Es liegt direkt am Wasser und im Gegensatz zu „Buffet Atlas“ bekommt man hier nicht nur eine schöne Karte, sondern auch wirklich das, was auf den Bildern gezeigt wird! (Ich hatte mir einen normalen Salat bestellt, bekam zu meiner Überraschung allerdings einen Teller mit Gurken – und Tomatenscheiben, einem halben(!) Ei und jeweils einer Scheibe Käse und Schinken serviert. Oh man, so etwas habe ich auch noch nicht erlebt. Ich habe mich köstlich darüber amüsiert, aber nochmal sollte sowas nicht passieren haha :-D)

 

Achtung!
Besonders empfehlenswert ist es, sich Badeschuhe für den Sprung ins kalte Nass mitzunehmen! Hier lauern an jeglichen Felsen Seeigel! Sie sind süß, aber oho!
Selbst jetzt im Oktober, messen die Anzeigetafeln noch eine Wassertemperatur von 21 Grad. Das ist verglichen zu unserem Außenpool sehr, sehr warm haha.
Und wisst ihr was ich noch so faszinierend und ulkig finde? Hier sind an jedem Felssprung, an jeder Bucht und an weiteren, seltsamen Badestellen – haltet euch fest – Duschen! Das ist so weird, dass ich diese einfach jedes Mal festhalten musste 😀 Meine bisherige Lieblingskonstruktion seht ihr weiter unten. ( Es gab sogar eine, die von Kacheln mit kleinen, gelben Entchen umschlungen wurde. Leider hatte ich bei dieser Entdeckung bereits meine Kamera zurück ins Hotel geschafft, aber ich suche sie definitiv nochmal auf! Diese Dusche kann ich mir und der Kamera nicht entgehen lassen!
Morgen geht es (hoffentlich) nach Dubrovnik. Es soll schütten, deswegen planen wir eventuell nochmal um. Am Freitag begebe ich mich – sozusagen als Highlight meiner Reise – nach Montenegro. Oh man bin ich gespannt – und ich hoffe ihr genauso! Wir hören uns 🙂
P.S: Wie gefällt euch eigentlich das neue Design ? 🙂

 

 

 

 

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Reise
Meinen allerersten, richtigen Flug nach 16 Jahren absolvierte ich im Sommer letzten Jahres. Damals wusste ich nicht wirklich, wie das alles am Flughafen wohl ablaufen würde, was ich einpacken dürfte und das für mich wichtigste. was ich denn überhaupt anziehen sollte! Unbeholfen trottete ich den anderen hinterer und bekam so manchen Gedanken nicht aus dem Kopf. Wird es kühl sein? Brauche ich etwas wärmeres um mich nicht zu erkälten? Und was ist eigentlich mit meinem Kuschelkissen? 
Wenn ihr über mehr oder weniger hilfreiche aber witzige Tipps und Ratschläge stolpern wollt, dann lest ganz schnell weiter.. 🙂

Fragen über Fragen überhäuften mich und am Ende stand ich schweiß badend mit großen Augen vor den Ausgängen des Barcelona Terminals und staunte nicht schlecht, wie falsch ich mich doch bei der Kleiderauswahl entschieden hatte. Eine warme, schwarze! Hose bedeckte meine (noch) blassen Beine, die Lederjacke zog ich fest um meine Hüften und mit meinem Schaltuch wusste ich nicht ganz wohin. Koffer und Rucksack waren schließlich schon bis obenhin vollgepackt. Und das bei dreißig Grad im Schatten! Seither schwor ich mir, mich niemals wieder so dick einzupacken! (Es sei denn, mein Flug würde in die Antarktis führen haha) Nach nun sechs verschiedenen Airlines dieses Jahr, könnte ich mich glatt als Flugkleidungsexpertin entpuppen. Eine Sache kehrte meinem Handgepäck allerdings nicht den Rücken. Mein Schal! Immerhin ließ ich mich stets selbst im Glauben, dass ich trotz Vorkenntnissen, in jedem Flieger an Unterkühlung sterben könnte! 😀 ( Nein Spaß, aber irgendwie gibt er mir das Gefühl, was für andere ein Kissen hervorzaubert. Sicherheit!)
Kommen wir mal zu meinen Tipps und Tricks – wenn ich mein Geschwafel überhaupt als solches abstempeln kann haha. Geflogen bin ich wirklich – und findet mich jetzt nicht komisch – immer mit dem gleichen Outfit was ihr hier abgebildet seht. (Gut ja, die Hose habe ich einmal ausgewechselt)
Es war für mich einfach die passendste und gleichzeitig bequemste Kombination. Immerhin glich ich somit nicht ganz dem bekanntlichem „Pennerlook“ und konnte in die Lobby des Hotels auch ohne Schwarmgefühl eintreten. (Ausnahme: Hamburg! Oh Leute habe ich mich nach fünf Stunden Zugfahrt ekelhaft gefühlt! Mir war das so unfassbar peinlich, als ich in die heiligen Tore unseres fünf Sterne Hotels trat und uns dort jeder mit einem – so kam es mir zumindest vor – schrägem Auge anschaute! Kennt ihr das?
Aber ich schweife schon wieder ab! 
Regel Nummer Eins: Zieh dir was lockeres an.. etwas, was dir nicht im Popo kneift! 
Meine Shorts sind von Primark – für 6€ meine absoluten Sommerfavoriten!
Regel Nummer Zwei: Bereite dich auf das Wetter vor – heißt: Wetterbericht schauen und abwägen, ob nicht doch noch ein Pullover ins Handgepäck marschieren soll.
Regel Nummer Drei: Schuhauswahl! Mich friert es um ehrlich zu sein immer sehr in Ballerinas. Und auch meine Mom empfand es an ihren Füßchen teilweise als etwas zu kühl. Sneakers und Socken lege ich euch hierbei besonders ans Herz. Schließlich passen die luftigen Schühchen notfalls noch ins Handgepäck. Und falls ihr eure Schuhe auf dem Flug ausziehen wollt, sterben eure Nachbarn wenigstens auch nicht am atemberaubenden Duft, der ihnen entgegen fliegen könnte 🙂
Regel Nummer Vier: Wenn ihr wie ich unter Flugangst leidet, nehmt euch immer etwas mit,was euch eine gewisse Sicherheit bietet. Kuschelkissen – und Tier sind hierbei überhaupt nicht peinlich! 🙂
Regel Nummer Fünf: Zum Glück dient mir mein kuschel – wuschel Schal nicht nur in Angstsituationen, sondern auch im Kältefall. Ich finde, dass es besonders am Fensterplatz immer etwas zieht. Deswegen: Immer etwas einpacken was euch vorm krank werden schützt! (Meistens gibt es auch in Fluggesellschaften wie Air Berlin und Lufthansa Decken und Kissen zum ausleihen!)
Regel Nummer Sechs: Muuusik, Bücher, Kamera und Kaugummis! Diese vier Dinge sind meine absoluten must-haves im Handgepäck. Mehr fand bisher auch nicht in meinem mini Rucksack platz. Bevor ich abreise, lade ich mir meistens noch die neuesten Charts herunter und vor allem Musik, die mich etwas von den bizarren Flugzeuggeräuschen ablenkt. (Ich kann dieses merkwürdige Bling- Bling Geräusch immer noch nicht ganz nachvollziehen! Wofür ist das?) Wer einen Fensterplatz ergattern kann, sollte die unfassbar schönen Luftaufnahmen nicht missen. Dafür war meine Canon Legria Mini perfekt geeignet. Leicht, handlich, klein und super Aufnahmen! Meine Spiegelreflex nutze ich zwar nie im Flugzeug, aber aus Angst, dass mein Koffer nicht zu mir zurückfindet, quetsche ich sie immer mit in meine Tasche.
Ich hoffe ich konnte euch mit diesen Regeln ein wenig auf euren nächsten Flug vorbereiten oder zumindest etwas unterhalten! Demnächst werde ich mir einen neuen Laptop plus Videoschnittprogramm zulegen und dann könnt ihr euch auch bald von meinen Eindrücken verzaubern und inspirieren lassen 🙂  Bis dahin, eure Lisa. 

Und nun meine Frage an euch: Habt ihr Tipps für den nächsten Flug, was man noch beachten sollte?Unnnnd vor allem, was zieht ihr an?

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W A N D E R L U S T. Ein Begriff, der mir nicht mehr aus dem Kopf gehen will. In den Flieger steigen und etwas neues, einzigartiges entdecken. Das ist es, was ich mein Leben lang machen möchte. Und wie bereits angekündigt, kommt heute nun mein allererster Post zum Thema Reisen online. Worum es genau geht? Alanya! Und glaubt mir wenn ich euch sage, dass es garantiert nicht langweilig werden wird! 🙂

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Anreise – Neuer Horrortrip?


Am Sonntag den 19.07. ging es für mich bereits sechs Uhr Morgens in Richtung Flughafen. Meine kleinen, roten Äuglein versuchte ich mühevoll aufzuhalten. Ganze zwei Stunden hatte ich mich in meine weichen Kissen gekuschelt und meinen Brustkorb langsam auf und ab bewegt. Bis drei Uhr, war ich mit packen und dem Gedanken beschäftigt, ob unser Flug diesmal gut verlaufen würde. Nach meinen Erfahrungen des letzten Jahres, war ich nicht mehr ganz so positiv gestimmt in einen Flieger zu steigen und abzuheben.Wir hatten auf allen vier Flügen heftige Turbulenzen, woraufhin ich mir schwor, nie wieder diese Art von Verkehrsmittel zu betreten. Aber nun gut, wer etwas erleben möchte, muss die Zähne zusammenbeißen, so meine Mom. (Und sie hat damit natürlich vollkommen Recht!)

Mein Herz raste, als ich die mir noch unbekannte Fluggesellschaft erreichte. Vorab, hatte ich mich im Internet erkundigt, was andere darüber schrieben und ich stieß ununterbrochen auf abwertende Kritiken. Schlechter Service, schlechte Flugausstattung, UNSICHER! Als am Check-In dann auch noch die Durchsage kam, dass der Flug um eine Stunde verschoben werden müsste, auf Grund von technischen Problemen, war meine Angst nicht mehr zu halten und Tränen kullerten mehr oder weniger unfreiwillig über meine Wangen.

Glücklicherweise verliefen sowohl Hin – als auch Rückflug tadellos. Unser Essen erwies sich als einfach aber genießbar und selbst die „gelangweilten“ Stewardessen, wie es im Netz immer hieß, waren freundlich, zuvorkommend und bemüht eine klare, deutliche Ansage zu leisten. Gut, eine saß mir mit einer Kotztüte fest umschlungen gegenüber und Gedanken machten sich breit, ob sie denn auch wirklich nicht die Tüte verfehlen würde. Aber vielleicht war es auch einfach nicht ihr Tag. Haha. Ansonsten kann ich euch Atlasjet für Kurzstreckenflüge wirklich empfehlen. Billig und sicher!

Gegen 18 Uhr öffneten sich uns die gläsernen Tore der Eingangshalle. Mit knurrendem Magen wurden wir vom überaus freundlichem Personal empfangen und ins Zimmer begleitet, welches mich wirklich positiv überraschte, da es tausendmal besser aussah, als im Internet. Schnell wurde allerdings klar, hier geht man nirgends an Trinkgeld vorbei! Typisch Türkisch, forderten sie dich fast schon auf, immer und überall Trinkgeld zu hinterlassen. Egal für welchen Service, sei es für die Putzfrauen, die Küche, den Busfahrer und selbst für die Rezeption, falls sie dir eine kleine Auskunft gewährt hatte. Es war der reine Wahnsinn! Und ich fühlte mich bereits am ersten Tag leicht verarscht.

Das erste Abenteuer!


Ausgeschlafen und wohlgenährt warteten wir am folgenden Morgen auf unseren Reiseleiter, welcher uns die landestypischen Traditionen, Regeln und einige Ausflugsziele näherbringen wollte. Wir planten mit ihm die gesamte Woche von einer Jeep Safari bis hin zum ersten Hamambesuch. Anschließend zogen wir uns an den Strand zurück und verabredeten uns mit unseren neu gewonnenen Freunden, für eine Wanderung auf die 5km entfernte Burg. Gut, ähm.. Wir wanderten nur bergab. Bei 42 Grad im Schatten kam uns die 100m entfernte Bushaltestelle etwas gelegen haha ☺Und ich kann euch versichern, es ist ein wahres Erlebnis mindestens einmal mit einem türkischen Busfahrer zu fahren! Die kennen dort keine Stoppschilder, keine „wirklichen“ Haltestellen (wenn der Bus voll ist, hält er nicht an), keine Knöpfe um dem Fahrer zu signalisieren, dass man aussteigen möchte (hier gilt einzig und allein: melde dich wie in der Schule oder ich lass dich nicht raus!)  und um den Bus auch mal zu lüften, fährt man um die steilen Kurven und engen Straßen auch gern mal mit offener Tür (ja ja diese Türken)

Jeep Safari – unterschreibt, dass ihr während der Fahrt nicht aufstehen werdet. Los, aufstehen!

Es war die wohl beste Sache, die wir in Alanya hatten unternehmen können. Anfangs bereitete uns allerdings die Planung des Reiseleiters heftige Kopfschmerzen und erste Zweifel kamen auf, ob hier denn wirklich auch alles nach Plan laufen würde (Abzocke wird in der Türkei nicht gerade klein geschrieben). Ich hatte ein wirklich mulmiges Bauchgefühl, da uns nach einer halben Stunde immer noch keiner abholte und auch niemand ans Telefon ging. Schließlich fanden wir mit Hilfe des Personals heraus, dass unsere Ausflüge vertauscht wurden und wir statt des Hallo Türkei Rundtrips, erst einmal die Jeep Safari in Angriff nehmen würden.

Zwei Stunden später traf nun auch unser Jeepfahrer pünktlich am Hotel ein und die Tour konnte beginnen. Wer denkt, dass diese Jeep Safari nur etwas für jüngere Leute ist, täuscht sich gewaltig! In unserem Jeep saß eine ältere Dame, welche die ganze Fahrt über hinweg für Stimmung sorgte! Wir entdeckten die engen, steilen Straßen des Taurusgebirges und wurden von starken Bässen begleitet.
Davor bekamen wir noch eine Einweisung und ein Dokument, welches wir unterzeichnen sollten. In diesem stand ausdrücklich, dass man während der Fahrt nicht aufstehen sollte. Aber gute fünf Minuten später, wendete sich das Blatt. (wer hätte das gedacht haha)

Bei unserem ersten Halt wurden wir aufgefordert, die gereichten Benzinkanister mit Wasser zu füllen. Anfänglich begriffen wir nicht ganz, wohin uns diese Aktion führen sollte, doch als jedem einzelnen von uns Wasserpistolen in die Hand gedrückt wurden, verstanden wir allmählich. Unter allen 15 Wagen fand eine gewaltige Wasserschlacht statt – diese kam uns nur zu Recht, da in dem Gebirge an die 48 Grad herrschten.

Wir hielten noch an einem kleinen Häuschen, in welchem uns frisches Yufka gereicht wurde (brüchiger, dünner Teig – in Deutschland oft für Dürüm verwendet). In Kombination mit gewürzten Kartoffeln traf es zwar nicht ganz so meinen Geschmack, aber eine Erfahrung war es allemal wert ☺ 
Auf den folgenden Bildern seht ihr die Einrichtung des kleinen Gasthauses und die liebe Omi, die uns diese typisch, türkische Spezialität gezaubert hat.

Damit der Beitrag nicht allzu lang wird, dürft ihr auf den nächsten Teil gespannt sein. Was meinem Leben eine 180 Grad Drehung verpasst hat und welcher der wohl schönste Ort für mich in der Türkei war, lest ihr im nächsten Artikel 🙂 Falls es euch gefallen hat, würde ich mich sehr über ein Däumchen auf Facebook freuen und ein kleines Feedback von euch!
Alles Liebe, Lisa.

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